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Aemeas: Das Feuer der Schuld (Band I) – Volarus Erbe

Aemeas-DFDS-Volarus-ErbeDas Inselvolk der Ziawi führt ein glückliches, einfaches Leben: Außerhalb ihrer Insel herrscht Dyzar, das Böse schlechthin. Ihr Lebensraum selbst wird von der Gottheit Khi beschützt. Doch ausgerechnet die Häuptlingstochter Asaria zweifelt diese allgemeine Überzeugung an. Als sie wagt, dies auszusprechen, taucht ein verhüllter Fremder wie aus dem Nichts auf. Er behauptet, Khis Gesandter zu sein, und fordert die Unterwerfung der Ziawi unter seine brutale Hand. Ein Glaubenskonflikt entbrennt, der das einst friedliche Volk in verschiedene Feindeslager auseinanderreißt. Gleichzeitig erkennt Asaria, dass ihr Amulett auf übernatürliche Weise wirken kann. Es unterscheidet Wahrheit von Lüge, beeinflusst das tiefste Wesen eines Menschen und führt Asaria zu einer Liebe, die ihre kühnsten Träume übersteigt. Doch wird all das ausreichen, um den schier unbesiegbaren Tyrannen zu Fall und dem Volk wieder Frieden zu bringen?

Informationen

Reihentitel
Aemeas

Titel des Doppelbands
Das Feuer der Schuld

Titel Band 1
Volarus Erbe

Autor
Mark Silving

Anzahl Normseiten
595

Anzahl Wörter
144398

Veröffentlichungsdatum
September 2016

Veröffentlichungsform
eBook und print

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Rezensionen
Leseprobe

Auszug aus Kapitel 3 „Dämon des Himmels“:

Die zerstörerische Gestalt musterte die noch Stehenden, wie es schien. Dann schob sie ihre Kapuze zurück und entblößte einen schwarzen Kopf, dessen Haut steif und hart wirkte und von filigranen Bahnen durchzogen war.

Ist es überhaupt die Haut oder eher eine Art Kopfbedeckung? Dort, wo normalerweise zwei Augen lagen, war nur eine einzige schwach spiegelnde Oberfläche zu sehen, die Asaria an den quaderförmigen Gegenstand in der Heiligenstätte erinnerte. Darauf zogen sich die durch die Wolken immer wieder hindurchbrechenden Strahlen der späten Mittagssonne zu schmalen, grellen Streifen lang.

Der Fremde zeigte mit dem Finger um sich. »Ich könnte euch alle mit der Macht von Khi vernichten, und ihr hättet mir nichts entgegenzusetzen. Doch das ist nicht meine Aufgabe, solange Khi mich nicht mit dieser betraut. Ich bin vielmehr hier, um euch zu bereichern. Euren Alltag, eure Kultur, eure … Gewohnheiten im Umgang miteinander. Euch werden viele Annehmlichkeiten zuteil, Dinge, die ihr nicht mehr missen möchtet, wenn ihr sie erst einmal kennengelernt habt. Und ich werde dafür sorgen, dass ihr euren entsprechenden Tribut dafür leistet.«

Es löste sich aus dem größten Teil der Menge ein Geraune heraus, eine Mischung aus bewundernder Ergriffenheit und dem Gefühl von Ausgeliefertsein.

Aber eines stand fest. Selbst, wenn Asaria als Einzige dagegen rebellierte. Sie würde sich nicht unterwerfen lassen. Für nichts. Fast nichts, außer … Sie traute ihren Augen nicht. Vater neigte sich gen Boden. Sie wollte ihn abhalten und packte ihn am Arm. »Nein Vater, nicht! Erkennst du einen Dämon nicht, wenn er direkt vor dir steht?«

»Seht euch diesen Inbegriff einer ungläubigen Ketzerin an«, krächzte Norman vorwurfsvoll. »Sie will ihr eigenes Volk davon abhalten, Khi zu dienen, sogar ihren Vater. Aber ich bin erhaben darüber.«

Vater konnte sich immer noch nicht hinknien, weil seine Tochter ihn dabei hinderte.

»Asaria«, flüsterte er, »hör mir zu. Dieser Macht haben wir nichts entgegenzusetzen. Ich weiß, du würdest für deine Überzeugung sterben. Aber das will ich nicht. Und wir würden alle sterben, alle!«

Sie lockerte ernüchtert ihren Griff und ließ schließlich los. Alle. Alle Kinder, Frauen. Ihr Vater!

Dieser kniete nun hin. »Unser Volk ist dir für deine Ankunft dankbar, Gesandter. Doch Furcht allein würde uns nie als weise genug erscheinen. Unsere Gemeinschaft beruht auf Vertrauen!« Vater richtete sich bei seinen Worten wieder auf und streckte sich selbstbewusst. Die Aufmerksamkeit war nun vollkommen auf ihn gerichtet, und mehrere nickten ihm zu.

Vielleicht war das in Anbetracht der vermutlich hoffnungslosen Unterlegenheit der Ziawi gegenüber diesem Unhold mit seinen dämonischen Kräften das Beste, was momentan herauszuholen war – eine Art Machtteilung zwischen ihm und Vater. Der Fremde war ja nicht gekommen, um sie auszulöschen. Und noch hatte er nicht genau gesagt, was er eigentlich wollte. Für Asaria wäre das eine Taktik mit nur einem Ziel – ihren Feind besser kennenzulernen.

»Seht, wie selbst diese rigorose Zweiflerin zur Besinnung kommt und nickt«, unterbrach die Dämonenstimme ihre Gedanken.
Nicken? Oh nein! Das hab ich doch nicht wirklich wieder unbewusst getan! So viel Zuspruch wollte sie dieser Ausgeburt bestimmt nicht vermitteln oder ihrem Volk.

Sairum stand als Einziger an der rechten Flanke noch aufrecht. »Nein, er ist ein Scharlatan! Er wird vielleicht nicht unsere Körper töten, aber alles, was uns ausmacht. Seht ihr nicht, dass er uns radikal verändern will? Das werde ich nicht zulassen. Er gibt vor, er will uns vor Dyzar beschützen. Dabei hat er uns Leid zugefügt. Er ist kein Beschützer vor Dyzar, sondern selbst eine Ausgeburt von ihm. Ich werde ihm nicht folgen!«

Er zog rasch seinen Bogen aus und schoss einen Pfeil auf den Kopf des dämonischen Unterwerfers, der aber wirkungslos abprallte.

»Wer nicht mit Vernunft zu bekehren ist, dem wird mit der Gewalt Khis nachgeholfen.« Der angebliche Gesandte streckte seinen Arm Richtung Sairum aus und ein feiner, greller Blitz schoss auf ihn zu, der den Getroffenen stark erzittern und kerzengerade zu Boden fallen ließ. Seine Finger krampften sich, sein Kopf zuckte hektisch hin und her, bis er schließlich regungslos da lag.

Die Menge schrie nun wieder in blanker Panik auf. Mehrere rannten weg, vor allem Frauen mit ihren Kindern. Die Grüppchen zu den Flanken hoben ihre Arme abwehrend. Kampfgeist war längst aus ihren Augen gewichen. In Asaria allerdings wurde er ins Unermessliche gesteigert. Entsetzt sah sie auf den jungen Mann, den sie vor wenigen Stunden noch geküsst hatte. Die Trauer um den Verlust Sairums raubte ihr jeden Sinn für weitere Vorsicht. Sie wurde von unsäglicher Wut erfüllt, die nichts mehr bremsen konnte.

Asaria zog ihren Bogen auch aus. »Nein, du Dämon!« Sie zielte auf seinen Körper. Vielleicht war der anfälliger. Abschuss. Treffer! Der Pfeil steckte nur mit der Spitze im Körper dieses Gewalttäters, und die Wucht stieß ihn einen halben Schritt nach hinten. Mehr nicht … Keine weitere Wirkung. Er zog den Pfeil hinaus, ließ ihn fallen und schüttelte nur den Kopf. Asaria schnappte, so flink sie konnte, den nächsten Pfeil aus ihrem Rückenköcher. Sie konnte gut treffen, aber sie war nicht die Schnellste beim Einlegen eines Pfeils.

Der Dämon hob nun seinen anderen Arm. Sie legte das Nockenende des Pfeils in die Sehne, als sie durch den gestreckten Arm des Gegners bereits ein unruhiges Blitzen im Ärmel ausmachen konnte. Verdammt, schneller, Asaria, schneller, schneller …! Als sie auszog, zuckte ihr ein grelles Licht entgegen, das sie wortwörtlich Sterne sehen ließ. Chaotische Wellen aus Schmerz durchfluteten sie. Jede Muskelfaser war maximal gespannt, so dass nicht einmal ihr Bogen aus der Hand fiel, obwohl sie vollkommen die Kontrolle über ihren Körper verloren hatte. Sie hörte einen lauten Schrei: »Nein!« Die tiefe Stimme ihres Vaters …

Vater!

Alles um sie herum verschwamm und erzitterte, als würde es sie zerreißen.

Ich …

Sie spürte nun, wie ihr Körper wie ein steifer Stock auf den Boden knallte und ihr Kopf heftig aufschlug. Die Sterne verschwanden und wichen einer zunehmenden Dunkelheit.

… liebe …

Ihr Atem stockte, bis er schließlich anhielt. Alles war erstarrt, außer ihr letztes Wort, an das sie noch denken konnte; mit letzter Kraft denken wollte.

… dich.

Dunkelheit holte sie in eine Leere. Jedes Gefühl entwich ihrem Körper …

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